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KinderZentrum Augsubrg

Geschichte

1921Die ersten Kinder und Jugendlichen kommen und wohnen mit sechs Franziskanerinnen aus Au am Inn in zwei Baracken. Der Unterricht beginnt.

1922Die Regierung von Schwaben genehmigt die "erste Schulstelle für die vierklassige Hilfsschule mit Fortbildungsschule" (Berufsschule).

1925"Mit großem Jubel" ziehen Kinder und Jugendliche in das neu gebaute Haus mit vier Klassenräumen und vier Werkstätten ein.
35 Lehrlinge sind in den Berufen Buchbinder, Korbmacher, Schneider und Schuhmacher in Ausbildung.

1930Fünf Lehrlinge bestehen die Prüfung vor der Kammer. Von diesem Jahr an sind jährliche Prüfungen vor den Gesellenprüfungsausschüssen.
1935Ein großer Erweiterungsbau zum Wohnen, Lernen und Arbeiten wird in über zweijähriger Bauzeit erstellt. Nun können die Jugendlichen unter 12 Berufen wählen.

1946Die Schwestern aus Au kehren ins Mutterhaus zurück. Eine neue Kongregation bildet sich in Dürrlauingen, die "Schwestern von der Liebe Christi". Sie übernehmen die Leitung und geben der pädagogischen Arbeit einen in der Schweiz entwickelten heilpädagogischen Schwerpunkt. 110 Kinder aus Schlesien und dem Sudetenland werden zusätzlich aufgenommen.
1949Das Weberhaus, ein neues Gebäude für Werkstätten, hat Platz für Schreiner, Weber, Raumausstatter, Buchbinder, Schuhmacher, Schneider und Korbflechter. Schlosser und Maler lernen noch in einer Baracke.

1969Prälat Ambros Schilcher, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, kann in Gesprächen und Verhandlungen mit den bayerischen Bezirken, dem Freistaat und dem Bistum Augsburg erreichen, dass Schulen, Internate und Werkstätten durch große Neubauten erweitert werden können; Hauskirche, Turnhalle, Schwimmhalle und Sportfelder entstehen. 160 Schüler besuchen die Sonderschule, 180 Jugendliche sind in 12 Berufen in Ausbildung.

1970Ein eigener "Berufsfindungslehrgang", Vorläufer der Förder-
lehrgänge, wird der Ausbildung vorangestellt.

1971Die Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungs-
pflegehilfe nimmt die Arbeit auf.
1976In einem Festakt weiht Bischof Dr. Josef Stimpfle die neuen Gebäude des Berufsbildungswerkes mit modernen Werkstätten, Berufsschule und Internat ein. 320 junge Menschen können nun unter 18 anerkannten Berufen den für sie geeigneten wählen.

1985Die Heilpädagogische Tagesstätte beginnt mit ihrer Arbeit. Sie bietet Kindern aus der Region, die in der Familie wohnen, Hilfe und Förderung; ihre Eltern sollen durch pädagogische Maßnahmen unterstützt werden.

1988Schöne helle Ausbildungsräume für Bäcker, Fleischer, Beikoch, Hauswirtschaft, Landschaftsgärtner, Buchbinder und die Teilnehmer am Förderlehrgang werden bezogen.

1989Ein Schritt zu noch mehr Selbstständigkeit der Jugendlichen wird durch unsere Aussenwohngruppen möglich: In zwei Häusern der Tellerstraße in Burgau leben nun Jugendliche des Berufsbildungswerkes in drei Wohngemeinschaften.

1994Monsignore Günter Grimme, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, weiht ein neues Internatsgebäude mit differenziertem Wohnangebot, Bistro und Freizeiträumen ein.

1995Ein bestehendes Internatsgebäude wird saniert und modernisiert und zu acht freundlichen Wohnungen umgestaltet.

1997Eine "Bastion" fällt. Nach 76-jähriger Einrichtungsgeschichte, in der fast nur Jungen und junge Männer betreut und gefördert wurden, werden auf Wunsch unserer Partner Betreuungs- und Förderangebote für Mädchen und junge Frauen geschaffen. Im Berufsbildungswerk macht eine Raumausstatterin den Anfang.

1998Auf Anraten der Landesarbeitsagentur öffnet sich das Berufsbildungswerk für externe Rehabilitanden, die in der Umgebung wohnen und im Förderungswerk ihre Ausbildung machen. Grundlage bildet ein differenziertes fachliches Betreuungskonzept.

In Günzburg werden Gruppenräumlichkeiten unserer Heilpädagogischen Tagesstätte im Erlenbadweg 9 eingeweiht und damit lange Fahrtzeiten für Kinder aus dem westlichen Landkreis wesentlich verkürzt.

1999Wir nehmen die Sonderpädagogische Tagesstätte für externe Förderschülerinnen und -schüler in Betrieb, die nachmittags dort betreut werden.

Schulsozialarbeit an den Hauptschulen in Burgau und Thannhausen ergänzt als Angebot der Mobilen Dienste den Leistungskatalog des Heilpädagogischen Zentrums und stellt einen weiteren Schritt seiner Einbindung in regionale Unterstützungsstrukturen dar.
Die Ausbildung zum Handelsfachpacker ergänzt den Ausbildungsfächer des Berufsbildungswerkes und hat den lageristischen Umgang mit Warenströmen im Förderungswerk St. Nikolaus als Arbeitsgegenstand.

Wir entwickeln unser Qualitätsmanagement-System (QMS) nach DIN EN ISO 9001:1994 unter Beteiligung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bestehen auf Anhieb das Zertifizierungsaudit durch Auditoren des TÜV-Management-Service, Süddeutschland.

2000Das Patenschaftsprojekt mit dem Rehabilitationszentrum ZRZI in Posen/Polen wird nach fünfjähriger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Ein kleiner völkerverständigender Beitrag nimmt damit sein vorläufiges Ende.

Ein Modellversuch zur Rehabilitation schwer lernbehinderter junger Menschen in vier Berufsbildungswerken unter Beteiligung des Förderungswerkes St. Nikolaus wird abgeschlossen. Er zeigt so positive Ergebnisse, dass wir auch zukünftig den Förderlehrgang F3 (Gartenbau) anbieten dürfen.

Um ein Intranet aufzubauen und an der mittlerweile unumgänglichen Internetkommunikation teilnehmen zu können, werden die technologischen Voraussetzungen unter anderem mit der Verlegung von etwa 38 Km Glasfaserkabel geschaffen. Die nötige PC-Ausstattung und -Schulung wird in einem vierstufigen Plan festgeschrieben.

Parallel erstellen wir mit eigenen Mitteln die erste Version einer Homepage, die im Laufe des Jahres ans Netz geht.

2000Das Patenschaftsprojekt mit dem Rehabilitationszentrum ZRZI in Posen/Polen wird nach fünfjähriger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Ein kleiner völkerverständigender Beitrag nimmt damit sein vorläufiges Ende.

2001Ein neuer Ausbildungsgang zum Ausbaufacharbeiter/Trockenbaumonteur wird ab September angeboten und muss sich zunächst mit einem räumlichen Provisorium in der Werkhalle einer ehemaligen Zimmerei begnügen.

Aufgrund einer veränderten Zuweisungspraxis der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit in Verbindung mit Jugendämtern ergänzt eine Heilpädagogische Gruppe die differenzierte Internatsstruktur als fünfte Wohnform für besonders verhaltensschwierige Rehabilitanden.

Die Nachmittagsbetreuung an der Hauptschule Burgau startet im Oktober mit einer Gruppe und sorgt für eine warme Mahlzeit, Hausaufgabenbetreuung und aktive Freizeitgestaltung.

2002Im Februar wechselt die Chefredaktion der Fachzeitschrift „Berufliche Rehabilitation“ wieder zurück nach Dürrlauingen. Karl-Heinz Eser setzt damit eine Tradition fort, die u.a. Direktor Philibert Magin 1985 begründet hat.

Das Heeresmusikkorps 10 aus Ulm veranstaltet am 7. Mai im Rahmen einer öffentlichen Partnerschaftsbekundung zwischen dem Luftwaffenbetriebstoffdepot Leipheim und dem Förderungswerk St. Nikolaus ein gut besuchtes Benefizkonzert im Günzburger Forum zugunsten unserer Kinder und Jugendlichen und behinderter Kinder, die das Sozialwerk der Bundeswehr betreut.

Die Prüfungsphase im Berufsbildungswerk wird vom September einheitlich in den Juli des jeweiligen Jahres verlegt, nachdem bereits einige Ausbildungsberufe von ihrer zuständigen Stelle zu dieser Planung verpflichtet worden waren. Damit ist eine wünschenswerte innerorganisatorische Lösung gefunden.

Mit Ausbildungsbeginn Anfang September wird eine dritte Mädchengruppe im Internat eingerichtet, die es erlaubt, den zahlreich nach Dürrlauingen drängenden jungen Auszubildenden ein adäquates berufsbegleitendes Zuhause zu bieten.

Nach frühsommerlichen Abstimmungen mit Rektor Sedlmeier und den städtischen Gremien in Leipheim eröffnen wir als Träger der Nachmittagsbetreuung zu Schuljahresbeginn zwei Gruppen, die diese Form der Ganztagesbetreuung an der dortigen Hauptschule nach Burgauer Vorbild wahrnehmen.


2003Die Traditionsausbildung zum Schuhmacher, die zu den ersten vier Ausbildungsangebote nim früheren Nikolaus-Heim zählte, wird wegen mangelnder Nachfrage und schwieriger Vermittelbarkeit schweren Herzens im Juli eingestellt.
Der vierwöchige Betriebsurlaub im Berufsbildungswerk wird nach einer vorbereitenden Mitarbeiterbefragung erstmals gesplittet und auf Zeiten während der Pfingst- und Sommerferien aufgeteilt, u.a. um den veränderten Urlaubsgewohnheiten Rechnung zu tragen.

Der neue, besonders geregelte Ausbildungsgang zum „Autofachwerker“ wird von der Handwerkskammer zu Augsburg als zuständiger Stelle nach Abstimmung in der Vollversammlung genehmigt und startet im September unter Nutzung von Synergien, die die Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker bereit stellen kann.

An der Hauptschule in Thannhausen wird mit beginnendem Schuljahr eine Nachmittagsbetreuung durch unser Heilpädagogisches Zentrum aufgebaut, die ihr Vorbild in den parallel verlaufenden Maßnahmen in Burgau und Leipheim hat. Dadurch wird die dortige Schulsozialarbeit, die ebenfalls in unserer Verantwortung liegt, in idealer Weise ergänzt.