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KinderZentrum Augsubrg

Zum Beispiel Benedikt in der Heilpädagogischen Tagesstätte

Benedikt kam im Januar 2000 im Alter von sechs Jahren in die Heilpädagogischen Tagesstätte in Dürrlauingen. Er hatte in der Grundschule massiv gestört und war daher vom Schulbesuch zurückgestellt worden. Elternhaus und der Schule sahen keine Möglichkeit, Benedikt zu helfen.

Nach einer sechswöchigen Beobachtungszeit, Intelligenz- und Persönlichkeitstests sowie der Sammlung von Informationen bei den Eltern wurde festgestellt: Benedikt hatte zum einen eine starke Entwicklungsverzögerung in der visuellen und akustischen Wahrnehmung, die durch die Misserfolge im Kindergarten und dann in der Schule zu Verhaltensproblemen führten.
Zum anderen fehlte ihm im familiären Umfeld die Erfahrung von Emotionalität, Verlässlichkeit und Verständnis für seine Probleme. Der Stiefvater verwöhnte ihn mit materiellen Dingen, hatte aber zu wenig Zeit für das Kind. Die Mutter fühlte sich von dem unruhigen und vom Partner verwöhnten Kind überfordert; es war ihr nicht möglich, auf seine ganz natürlichen kindlichen Bedürfnisse einzugehen.

Nach dieser Diagnose wurde ein Förderplan erstellt, in dem festgelegt wurde, wie an seinen Problemen gearbeitet werden sollte. Vier Stunden pro Woche wurde seine Wahrnehmung gezielt gefördert. Zudem arbeitete er mit der Logopädin an den Störungen in der Sprachentwicklung. Innerhalb der Gruppe konnte er sein Spielbedürfnis befriedigen und er wurde angeleitet, mit anderen Kindern umzugehen. In der wöchentlichen Rhythmikstunde lernte er, besser zu hören und das Gehörte richtig umzusetzen.


In Elterngesprächen, die teilweise mit Hausbesuchen verbunden waren, wurden Benedikts Probleme besprochen und mit den Eltern Wege gesucht, wie sie besser auf ihn eingehen können.Im September 2000 konnte Benedikt wieder eingeschult werden. Die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an der Schule bekam eine große Bedeutung. Nun galt es, seine sozialen Kompetenzen weiter zu stärken und ihn bei seinen Lernproblemen weiter zu unterstützen. Die Förderung im Einzelkontakt sowie in der Gesamtgruppe wurden fortgesetzt. Benedikt konnte das erste Grundschuljahr gut bewältigen und im Juni 2001 die Tagesstätte verlassen.