|
Benedikt kam im Januar 2000 im Alter von sechs Jahren in die Heilpädagogischen Tagesstätte in Dürrlauingen. Er hatte in der Grundschule massiv gestört und war daher vom Schulbesuch zurückgestellt worden. Elternhaus und der Schule sahen keine Möglichkeit, Benedikt zu helfen. Nach einer sechswöchigen Beobachtungszeit, Intelligenz- und Persönlichkeitstests sowie der Sammlung von Informationen bei den Eltern wurde festgestellt: Benedikt hatte zum einen eine starke Entwicklungsverzögerung in der visuellen und akustischen Wahrnehmung, die durch die Misserfolge im Kindergarten und dann in der Schule zu Verhaltensproblemen führten. Zum anderen fehlte ihm im familiären Umfeld die Erfahrung von Emotionalität, Verlässlichkeit und Verständnis für seine Probleme. Der Stiefvater verwöhnte ihn mit materiellen Dingen, hatte aber zu wenig Zeit für das Kind. Die Mutter fühlte sich von dem unruhigen und vom Partner verwöhnten Kind überfordert; es war ihr nicht möglich, auf seine ganz natürlichen kindlichen Bedürfnisse einzugehen.
|