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KinderZentrum Augsubrg

Zum Beispiel Paul im Heilpädagogischen Heim

Auslöser für die Idee, Paul in einem Heim helfen zu lassen, war eine total verfahrene Situation an der Schule, die nicht mehr bereit war, ihn weiter zu unterrichten. Massive Verweigerung, lautstarke Konflikte mit Mitschülern und Lehrkräften brachten den Jungen immer mehr ins Abseits. Paul gefiel sich zuletzt in dieser Rolle und machte die Schule für alle seine Probleme verantwortlich.

Seine berufstätige Mutter und seine Großeltern, an denen der Junge sehr hängt, hatten keine Möglichkeit mehr, Paul zum Erledigen der Hausaufgaben und zum Lernen auf Proben zu bewegen. Er fing an, herum zu hängen, traf sich mit Leuten, von denen seine Mutter nicht gerade begeistert war und entzog sich immer mehr dem Einfluss seiner Familie.

Bei dem Vorstellungsgespräch in Dürrlauingen wird deutlich, dass Paul lernbehindert ist, er hat massive Probleme in Deutsch und Mathematik. Er möchte eigentlich schulischen Erfolg haben und sucht aus Enttäuschung den Ausgleich in Konflikten.

Paul wird bei uns aufgenommen und verhält sich zunächst so wie bisher. Er fühlt sich trotz allem in seiner Klasse wohl. Mit 15 Schülern ist die Klasse für ihn überschaubar. Sein Lehrer nimmt sich viel Zeit für persönliche Gespräche, zeigt ihm aber auch klar Grenzen auf und verhilft ihm zu ersten schulischen Erfolgen bei Proben. Diese Erfolgserlebnisse und die enge Kooperation mit der Wohngruppe des Hei-mes führen dazu, dass Paul nach zwei Jahren ein Abschlusszeugnis der Schule zur individuellen Lernför-derung erhält.


Seine Problemfächer Deutsch und Mathematik sind ihm zwar geblieben, aber er hat doch noch Freude an der Schule gewonnen und in anderen Fächern gute Noten erzielt.

Nach verschiedenen Überlegungen, fehlgeschlagenen Versuchen und vielen Anstrengungen kommt er am Ende eines Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) zu dem Entschluss, in der Baumschule zu arbeiten und eine entsprechende Ausbildung in Dürrlauingen zu machen. In einem Jahr wird er seine Prüfung ma-chen und dann auf sechs Jahre zurückblicken können, die er in Dürrlauingen verbracht hat, und in denen sein Leben eine sehr positive Wende genommen hat.